Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

59

geſteckt, auf einem Rohrſtuhle ſitzt, und vor ſich einen reichen Kram von hellpolirten Loͤffeln, Meſ⸗ ſern und Gabeln, Fayence, porzellanenen Tellern und Terrinen von verjaͤhrter Form, Theetaſſen, Kaffeekannen, Strumpfwaare, und was weiß ich ſonſt, auf weißen Tuͤchern ausgebreitet hat, ſo daß ihr Vorrath, wahrſcheinlich aus kleinen Aue⸗ tionen zuſaminengeſtuͤmpert, einen wahren Orbis pietus bildet. Ohne ſonderlich eine Miene zu ver⸗ ziehen, hoͤrt ſie das Gebot der Feilſchenden, ſorglos ob aus dem Handel was wird oder nicht; ſchlaͤgt zu, ſtreckt die eine Hand unter der Schuͤrze her⸗ vor, um eben nur das Geld vom Käufer zu em⸗ pfangen, den ſie die erkaufte Waare ſelbſt nehmen läßt. Das iſt eine ruhige, beſonnene Handels⸗ frau, die was vor ſich bringen wird. Vor vier Wochen beſtand ihr ganzer Kram in ungefaͤhr ei⸗ nem halben Dutzend feiner baumwollener Struͤmpfe, und eben ſo viel Trinkglaͤſern. Ihr Handel ſteigt mit jedem Markt, und da ſie keinen beſſern Stuhl mitbringt, die Hände auch noch eben ſo unter die Schurze ſteckt, wie ſonſt, ſo zeigt das, daß ſie Gleichmuth des Geiſtes beſitzt, und ſich durch das Gluͤck nicht zu Stolz und Uebermuth verleiten aͤßt. Wie kommt mir doch ploͤtzlich die ſeurrile Idee zu Sinn! Ich denke mir in dieſem Augen⸗ blick ein ganz kleines ſchadenfro hes Teufelchen, das, wie auf jenem Hogarthiſchen Blatt unter den