. 5⁵ chen, welches ſich vor unſern Augen aufthut. Be⸗ merkſt du wohl jenes Frauenzimmer, das ſich an der Ecke dort, unerachtet das Gedränge gar nicht zu groß, mit beiden ſpitzen Ellenbogen Platz macht?
Ich. Was für eine tolle Figur,— ein ſeidner Hut, der in capriziöſer Formloſigkeit ſtets jeder Mode Trotz geboten, mit bunten in den Lüften wehenden Federn,— ein kurzer ſeidner Ueberwurf, deſſen Farbe in das urſprüngliche Nichts zurückge⸗ kehrt,— darüber ein ziemlich honetter Shawl,— der Florbeſatz des gelb kattunenen Kleides reicht bis an die Knöchel,— blaugraue Strümpfe,— Schnür⸗ ſtiefeln,— hinter ihr eine ſtattliche Magd mit zwei Narktkörben, einem Fiſchnetz, einem Mehlſack.— Gott ſey bei uns! was die ſeidene Perſon für wü⸗ thende Blicke um ſich wirft, mit welcher Wuth ſie eindringt in die dickſten Haufen,— wie ſie alles angreift, Gemuͤſe, Obſt, Fleiſch u. ſ. w.; wie ſie alles beäugelt; betaſtet, um alles feilſcht und nichts erhandelt.— 3
Der Vetter. Ich nenne dieſe Perſon, die kei⸗ nen Markttag fehlt, die rabiate Hausfrau. Es kommt mir vor, als müſſe ſie die Tochter eines reichen Buͤrgers, vielleicht eines wohlhabenden Sei⸗ fenſieders ſeyn, deren Hand, nebſt annexis, ein kleiner Geheim⸗Secretair nicht ohne Anſtrengung erworben. Mit Schönheit und Grazie hat ſie der Himmel nicht ausgeſtattet, dagegen«galt ſie bei al⸗


