Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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Was khut die niedrige Stubendecke? die Fantaſie fliegt empor, und baut ſich ein hohes, luſtiges Ge⸗ wölbe bis in den blauen glänzenden Himmel hin⸗ ein. So iſt des Dichters enges Gemach, wie je⸗ ner, zwiſchen vier Mauern eingeſchloſſene, zehn Fuß in's Gevierte große Garten, zwar nicht breit und lang, hat aber ſtets eine ſchöne Höhe. Dabei liegt aber meines Vetters Logis in dem ſchönſten Theile der Hauptſtadt, nämlich auf dem großen Markte, der von Prachtgebäuden umſchloſſen iſt, und in deſſen Mitte das koloſſal und genial gedachte Thea⸗ tergebäude prangt. Es iſt ein Eckhaus, was mein Vetter bewohnt, und aus dem Fenſter eines klei⸗ nen Kabinets überſteht er mit einem Blick das ganze Panorama des grandioſen Platzes.*)

Es war gerade Markttag, als ich mich durch das Volksgewühl durchdrängend die Straße hinab kam, wo man ſchon aus weiter Ferne meines Vet⸗ ters Eckfenſter erblickt. Nicht wenig erſtaunte ich, als mir aus dieſem Fenſter das wohlbekannte rothe Mützchen entgegen leuchtete, welches mein Vetter in guten Tagen zu tragen pflegte. Noch mehr! Als ich näher kam, gewahrte ich, daß mein Vetter ſeinen ſtattlichen Warſchauer Schlafrock angelegt, und aus der türkiſchen Sonntagspfeife Taback rauchte. Ich winkte ihm zu, und wehte mit dem

*) Treue Schilderung von Hoffmann's Wohnzimmer.