Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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Genre, das aufſtrebende Genies bezeichnet(man ſehe: Lichtenberg uͤber Studentenzoͤpfe und ꝛc.). Der Kleine war ferner ein ganz außerordentlicher Schmecker; er ließ ſich die leckerſten Schuͤſſeln be⸗ reiten, und und trank mit dem ungemeſſenſten Appetit. Hatte er ſich dann ſatt gegeſſen und ge⸗ trunken, ſo ging ihm der Mund wie eine Wind⸗ muͤhle, oder wie ein Feuerrad. In einem Athem ſchwatzte er von Naturphiloſophie, ſeltnen Affen, Theater, Magnetismus, neu erfundenen Hauben⸗ ſtoͤkken, Poeſie, Compreſſions⸗Maſchinen, Politik und tauſend andern Dingen, ſo daß man wohl bald merkte, wie er ein ſattſam gebildeter Mann ſeyn, und in literariſch⸗aͤſthetiſchen Thees hinlaͤng⸗ lich geglaͤnzt haben muͤſſe. Ueberhaupt verſtand ſich der Fremde ganz ungemein auf das, was man feine Converſation nennt, und hatte er ein Glaͤs⸗ chen Muskat(ein Wein, den er allen übrigen vor⸗ zog) mehr getrunken als dienlich, ſo ließ er ein liebes herrliches Gemuͤth verſpuͤren, und auch er⸗ ſtaunlich viel deutſchen Sinn, wiewohl er verſicherte, ſich deßwegen etwas cachiren zu müſſen wegen China, wo er voriges Jahr ein Paar Stiefeln ſtehen laſ⸗ ſen, das er mit Artigkeit wieder zu erlangen hoffe. Wollte er auch ſonſt nicht recht mit der Sprache heraus, wes Glaubens, Namens und Standes er eigentlich ſey, ſo entſchluͤpfte ihm doch in ſolch' gemuͤthlicher Laune manch' bedeutſames Wort, das