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meine kuͤnſtleriſchen Aulagen tuͤchtig zu kultiviren
nicht unterlaſſe. Das Dichten iſt bekanntlich Fa⸗ milienſuͤnde vaͤterlicher Seits; aber in der Muſik haben, ſo viel ich weiß, unſere Altvordern nicht ſonderlich viel geleiſtet. So viel ich mich erinnere, ſpielte Papa Viola di Gamba, woruͤber ich ein⸗ mal, als drei⸗ oder vierjaͤhriger Knabe, in ein ent⸗ ſetzliches Weinen ausbrach, und nicht zu beſchwich⸗ tigen war, nisi durch einen ſchicklichen Pfefferku⸗ chen. Papa hatte aber keinen Takt, und boͤſe Ver⸗ laͤumdung behauptete, er habe einmal eine Me⸗ nuett nach einer Polonoiſe getanzt, die der ſchlaue Juſtizrath auf dem wohlbekannten rothlakirten Fluͤgel ſpielte, den wir, wenn Du Dich noch daran erinnerſt, in ſpaͤterer Zeit einmal mit dem hohen Buͤ⸗ cher⸗, Kleider⸗, Stiefel⸗ ꝛc. Schrank des Juſtizraths, den wir umſtülpten, beinahe eingeſchmiſſen haͤtten. (Hier endet der Brief, der nicht fortgeſetzt und abgeſandt worden zu ſeyn ſcheint.)


