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ſpazieren ging, ſaß S.... auf dem ſteilen Ufer, mit den Füßen im Waſſer hängend, und weinte. Er ſchien Luſt zu haben, ſich zu erſäufen. Es hat ferner die N... zwei Briefe überreicht, die der Angeſchul⸗ digte geſtändlich an ſie ſchrieb, und die ſeine über⸗ ſpannte Leidenſchaft in hohem Grade darthun. Er erſcheint darin, trotz ſeiner Jahre, wie ein unreifer von romanhaften Ideen erhitzter, Jüngling. Im erſten Briefe nennt ſich der Angeſchuldigte„den von allem verlaſſenen, unglücklichſten Menſchen, weil die N.. ihn nicht gegrüßt habe, ihr Haß daher auf's neue ihn treffe.“ Er erklärt:„niemals von ihr laſſen zu können, unerachtet er leider ein Weib habe, an die er, Umſtände wegen, nicht halten könne.“ Im zweiten Briefe wird die N... mit dem vertrauli⸗ chen Du angeredet, und ihr verſichert,„daß Wil⸗ helm ihr ewig gut ſeyn, und an keine Trennung
denken würde.“ Bei dieſer Tendenz des Angeſchul⸗
digten, ja ſelbſt bei der Wahrheit des Umſtandes, — die K... unterſtützt ihn,— daß der Angeſchul⸗ digte Rückſichts des letzten Genußes unbefriedigt blieb, und daß die N... ihn wiederholt, wegen ſeines Verhältniſſes als Mann einer Andern, zu⸗ rückwies, drängt ſich der Gedanke von ſelbſt auf, daß der Angeſchuldigte, von toller Leidenſchaft ge⸗ trieben, wohl den Entſchluß faſſen konnte, auf ver⸗ brecheriſche Art ſich von dem Bande loszumachen,


