Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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trauliche Verhältniß ihres Mannes mit der N... nicht dulden wollte. Dieſe N... iſt eine Frau von 34 Jahren, an den Bürger und Höker N... in D.. verheirathet, und Mutter mehrerer Kin⸗ der. Nach ihrer Verſicherung hat ſie der S... mit Liebesanträgen verfolgt, die ſie erſt ſtandhaft abwies; zuletzt gerieth ſie aber doch mit ihm in ein Verhältniß, das, nach ihrem eigenen Ausdruck, ver⸗ trauter war, als es ſich für eine verheirathete Frau paßt. Der Angeſchuldigte geſteht auch ſelbſt ein, daß er mit der N... in einem Liebesverkehr geſtan⸗ den hat, das bis zu einem gewiſſen Grade von Ver⸗ traulichkeit gediehen war; beide, der Angeſchuldigte und die N.. behaupten indeßen, daß nie etwas, wirklich ſtrafbares, unter ihnen vorgefallen ſey. Nach der Schilderung der N..., war die Neigung des Angeſchuldigten zu ihr bis zur höchſten Leiden⸗ ſchaft gediehen, und hierin ſtimmt ihr auch die ver⸗ wittwete K... bei, in deren Hauſe die N.. ſchen Eheleute wohnen, und in deren Zimmer die Frau mit dem Angeſchuldigten zuweilen zuſammen kam. So wie ſie die K... erzählt, hatte ſich der S... um die N... zuweilen wie närriſch, die ihn dann ermahnte, ſich vernünftig zu betragen, und ihren Umgang zu meiden. Immer wußte aber der S.. das Verhältniß wieder anzuknüpfen, und ſtellte

ſich zuweilen, als wenn er abweſend im Geiſte ſey.

Als die K... einſt mit der N... an der Weichſel