Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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tigen Muſterung. Er ſteckte die Platte in ſeinen Buſen, und drückte Annas Hand zärtlich an ſein Herz.

Ich danke Dir, Anna, mein holdes Kind, ſagte er weich, und möge mir Gott verzeihen, daß ich Deine ſchönen Augen zu dieſer unerfreulichen Arbeit gemißbraucht habe! Aber es wird eine Zeit kom⸗ men, und möge dieſe bald ſein, wo meine Anna ſtolz und glänzend wie eine Königin einherſchreitet, und wo Alles ſich beugen ſoll vot ihrer Schönheit und ihrem Reichthum! Und indem er ſeine Hand auf ihr Haupt legte, fuhr er in ſchwärmeriſcher Be⸗ geiſterung fort: Ja, eine Fürſtin ſollſt Du ſein, nicht blos durch das Blut Deiner Väter, ſondern auch durch die Macht Deines Geldes. Denn das Geld iſt Macht und Glanz und Glück, und wer es ſich zu eigen gemacht, der ſchreitet mit furchtloſem Lächeln durch die Wüſte dieſes Lebens dahin, und was die Erde zu bieten hat an Glück, an Liebe, an Freude und Genuß, das iſt ſein! Deshalb ſollſt Du reich werden, meine Tochter, damit ſich vor Dir die Menſchen im Staube beugen, wie es den Sün⸗ dern geziemt vor einer Heiligen!

Anna ſchüttelte traurig das Haupt. Ich kenne das Geld nicht, ſagte ſie, und habe nie anderes ge⸗

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