Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ſehen, als die Kreuzer, welche die ſonntäglichen Be⸗ ſucher unſerer kleinen Kloſterkirche in das ausgeſtellte Becken warfen. Aber dieſes Geld war ſchmutzig und widerlich anzuſehen, und ich fürchtete ſeine Berührung mich zu beſudeln!

O, Weisheit, Weisheit! rief Bernthal, er ganz verklärt in Anna's holdes Antlitz ſah, o Weisheit, Du wohnſt nur auf den Lippen eines Kindes, und indem Du die erbärmliche Menſchheit floheſt, haſt du eine Zuflucht gefunden in der Bruſt dieſes Mädchens!

Dann küßte er das junge Mädchen auf die Stirn und eilte der Thür zu. Sie hielt ihn zurück, und bat ihn zärtlich, zu bleiben, und als er ſich weigerte, fragte ſie, ob er ihr mindeſtens keine an⸗ dere Arbeit mitgebracht, damit ſie bei derſelben an ihn denken könne, wenn er fern ſei. Er griff haſtig in ſeinen Buſen und zog ein kleines dunkles Blatt Papier hervor, an Größe faſt der Kupferplatte, an welcher Anna gearbeitet hatte, gleich. Aber indem er es ihr hinreichte, wandte er ſein Geſicht ab, und ſeine Hand zitterte.

Sie nahm es lächelnd und dankte ihm, dann warf ſie ſich zum Abſchied wieder in ſeine Arme, und gab ihm und tauſend zriih