Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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Vaters, und als ſie auf demſelben Freude und Be⸗ friedigung zu leſen meinte, lächelte ſie vor innerer Genugthuung.

Oh, ſagte ſie, ich hoffe, Du wirſt finden, daß ich ganz genau und Strich um Strich an das Ori⸗ ginal mich gehalten und nur eine ängſtliche Kopie gemacht habe, obwohl ich Dir ſagen muß, mein Vater, daß dieſer Kupferſtich mit ſeinen närriſchen Emblemen, ſeinen Schnörkeleien und Zahlen mich faſt lachen ge⸗ macht hat. Dieſe Engel hier zu beiden Seiten erinnern ſehr wenig an Rubens oder Murillo's liebliche En⸗ gelgeſtalten, und was dieſe Reihe kleiner abgeſäbel⸗ ter Köpfe da oben betrifft, ſo muß man zum Min⸗ deſten geſtehen, daß der Künſtler, welcher ſie gezeich⸗ net, nicht viel Mannichfaltigkeit hat walten laſſen. Vorzüglich aber nimmt mich dieſer breite ſchwarze Strich hier in der Arabeske und die vier großen Kleckſe in den vier Ecken Wunder, mich dünkt, da hätten noch einige Verzierungen ſein können.

Aber Du haſt doch keine angebracht? fragte Bernthal ängſtlich.

O nein, ſagte ſie, Du hatteſt mir befohlen, die⸗ ſen Raum leer zu laſſen, und alſo habe ich es gethan!

Bernthal war jetzt zu Ende mit ſeiner ſorgfäl⸗