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Sein Maß iſt voll, ſagte ſie feierlich. Die Stunde der Rache hat geſchlagen. Bis jetzt hat er Leiden verurſacht, von nun an ſoll er leiden und groß ſollen ſeine Qualen ſein!
Wie ſie ſo daſtand in ihrer erhabenen Haltung, glich ſie einer finſteren Gottheit, welche die Geiſter der Rache herauf beſchwört, ihr zu dienen.
Lucinde erbebte, und ein Schauer der Furcht durchrieſelte ſie. Es kam ihr vor, als ſei ſie plötz⸗ lich in eine Zauberhöhle gerathen, ſie fühlte ſich umringt von unheimlichen Dämonen. Dieſer finſtere Raum erinnerte ſie an jene Hexenküchen, von denen ſie in ihren Kindertagen gehört, dieſes marmorblaſſe, ſchöne Mädchen mit dem flatternden Haar und den zornglühenden Augen glich ganz einer böſen Fee, und die Alte, welche eben vor dem Ofen kauerte und unter höhniſchem Lachen und Flüſtern die ver⸗ glimmenden Kohlen anblies, war die Hexe, welche den Zauberbrei kochte.
Marie war indeß aus ihrer Extaſe erwacht, ſie
ſank wieder zurück in ihren Seſſel und ſtarrte ſchwei⸗
gend in die Luft. Plötzlich wandte ſie ſich zu Lu⸗ einden hin.
Er ſoll dieſe Briefe peteutgin Er wird es nicht thun, rief Lucinde.


