Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

187

Sie doch ſagen, daß er Sie nicht betrogen hat, ſagte Marie.

Er hat Schmach und Unglück über eine ganze Familie gebracht, welche ich kenne und liebe, rief Lucinde, im inneren Unwillen erglühend. Um ein verharrſchtes, längſt beweintes Unrecht, das einſt ſeiner Mutter geſchehen, zu rächen, hat er ein jun⸗ ges Weib verführt, nur um ihren Gatten zu be⸗ ſchimpfen, hat er dann ſpäter die Tochter dieſer ſei⸗ ner erſten Geliebten in ſein teufliſches Netz gezogen und ſie ſo lange umgarnt mit ſeinen Liebesſchwüren und ſeinen Zauberkünſten, bis ſie ihm auch verfallen war und ihre Ehre und ihren guten Namen an ihn hingegeben hatte. Und nun droht er dieſen armen, getäuſchten und von ihm verrathenen Frauen mit der Veröffentlichung ihrer Schande, und brandſchatzt ſie, indem er, ſobald ſie nicht ſeinen Willen thun, droht, die Briefe, welche ſie ihm in den Tagen der Liebe geſchrieben, zu veröffentlichen und der ganzen Welt Preis zu geben.„

Es iſt ein ſchlauer Fuchs, eiſchte die Alte.

Marie hatte mit der geſpannteſten Aufmerkſam⸗ keit zugehört; jetzt erhob ſie ſich von ihrem Seſſel

und ſtreckte mit einer Art erhabenem Pathos ihre

Arme empor.