Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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wohl in dieſer Nacht einen Aamen genannt, den Sie

kennen, nicht wahr?

Lueinde nickte. Und von dem ich durch Dich noch Weiteres erfahren möchte, flüſterte ſie leiſe.

Marie ſah ſie mit einem durchbohrenden Blick an. Lieben Sie ihn? fragte ſie. Lueinde ertrug dieſen Blick mit einem ruhigen Lächeln. Nein, ſagte ſie, ich liebe ihn nicht, ſondern ich haſſe ihn!

Zum erſten Male flog ein Strahl innerer Ge⸗ nugthuung über Mariens farbloſes Geſicht, und um ihre Lippen ſpielte etwas wie ein mattes Lächeln.

Er hat Sie alſo auch verlaſſen und betrogen? fragte ſie. Er hat aus Ihnen auch ein verworfenes Geſchöpf gemacht, und ein inbe ach ſo es zertretenes Weib.

Lucindens edle und klare Stirn umwölkte ſich und dieſe reine und ſtolze Schönheit erröthete vor dieſer unwürdigen und demüthigenden Vermuthung.

Sie hatte ein Gefühl, als müſſe ſie ſich erheben wie eine zürnende Gottheit, und den Staub von ihren Füßen ſchüttelnd, der Viedrigkeit und dem ent⸗

ehrenden Elend dieſer Höhle entfliehen, aber dann ſchaute ſie in dieſes edle, in Unglück verſteinerte Antlitz Mariens und bezwang ihren Unmuth.