hin. Dann ſchaute ſie wieder empor und lächelte. Sie hatte einen Entſchluß gefaßt, ſie wollte die Wahrheit ſagen, um ſie auch von Marien zu er⸗ fahren.
Es iſt wahr, ſagte ſie, ich komme nicht blos aus Theilnahme, ſondern auch aus Neugierde hierher.
Ich wußte es, murmelte Marie, während die Alte ihre lauernden und ſtechenden Blicke unverwandt auf die Baronin heftete.
Es war ein wunderbarer Anblick, dieſe drei Frauen zu ſehen, ſo verſchieden alle drei in ihrem Aeußern und in ihrem Innern und doch zu dieſer Stunde in denſelben Gedanken und Wünſchen ſich begegnend.
Wie eine Lichterſcheinung ſtand Lueinde zwiſchen dieſen beiden von Elend und Unglück zerbrochenen
1 Geſtalten, und neben Wanei zürnender, dämoni⸗ ſcher Schönheit leuchtete ihr reines, klares Angeſicht wie das eines Engels hervor. Aber Niemand von dieſen Dreien dachte daran; ſie hatten, wie geſagt,* alle ein und denſelben Gedanken, Jede wollte die Andern erforſchen.
Sie kamen aus Neugierde, ſagte endlich Marie mit ihrer müden, tonloſen Stimme. Ich habe Ihnen


