Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ein neugieriges Auge möchte ihr eigenes Lauſchen belauſchen.

Das Fenſter, an welchem Fürſtin Amalie ſtand, bot die Ausſicht auf den Park, welcher un⸗ mittelbar dieſes fürſtliche Luſtſchloß begrenzte, in welchem der Hof jetzt einige Sommermonate ver⸗ lebte. Die Fürſtin indeß achtete weder auf die Eſtrade mit den ſeltenſten und auserleſenſten Topf⸗ gewächſen, welche unter ihrem Fenſter ſtand, noch hörte ſie auf den melodiſchen Geſang der Nachtigall, welche ganz nahe bei ihr in dem blühenden Flieder⸗ gebüſch flötete. Ihr Blick war ſtarr auf dieſe breite Allee gerichtet und ſie beobachtete mit geſpannteſter Erwartung dieſes Paar, welches, gefolgt von einigen Herren und Damen, ſich ſo eben dem Schloſſe nä⸗ herte. Es war eine bildſchöne junge Dame mit lang herabwallenden blonden Locken, mit einer Taille ſo ſchlank und zart, daß man ſie nicht mit Unrecht oft einer Silphyde verglichen hatte. Ihr zur Seite ging ein junger Mann in Offizierstracht,

eine hohe, kriegeriſche Geſtalt, ein Antlitz, aus deſſen

jugendlichen edlen Zügen Energie und Entſchloſſen⸗ heit leuchtete, obwohl in dieſem Moment ſeine Züge ſanft und ſein Lächeln milde und freundlich war.

Und wie hätte dies auch anders ſein können, wenn