Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Sie ſchritt mit dem Käſtchen in der Hand kalt und ſtolz zu der Fürſtin hin.

Hoheit, ſagte ſie, ich habe meine Wette nicht gewonnen, ich habe die Briefe nicht erobert. Baron Bernthal iſt nicht ein Mann, den man beſiegen kann, ſondern der geſchaffen iſt, um zu herrſchen! Sie wiſſen das, Frau Fürſtin, und auch ich habe es jetzt erfahren. Aber ich bringe Ihnen dennoch dieſe Briefe und Dokumente, Bernthal ſendet ſie Ihnen.

Iſt dies Wahrheit? rief der Fürſt freudig. Kann dies ſein? Dieſer Fluch wäre endlich von meinem Leben hinweggenommen?

Alles danke ich Ihnen, Lucinde. O, was kann ich thun, um Ihnen meine grenzenloſe Dankbarkeit, meine Anbetung zu beweiſen? Sie wollen meine Liebe nicht, und mein heißeſtes Flehen haben Sie zurück⸗ gewieſen. Sagen Sie, was ich thun kann, um Ihnen zu vergelten.

Das Beſte, was der Menſch auf Erden thun kann, iſt dieſes: nach dem Glück zu ſtreben, für ſich und für Andere. Streben Sie danach, mein Fürſt. Laſſen Sie zuerſt Ihr Volk glücklich ſein, und wenn Sie dieſe heilige Miſſion Ihres Fürſtenſtandes erfüllt haben, dann dürfen Sie ſich die Genugthuung ver⸗ ſchaffen, ſich unzuſchauen in der Welt nach Ihrem

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