Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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durchglüht hatte. Er liebte ſie, und die ächte Liebe des Mannes iſt ſtets von dieſer göttlichen Kraft, daß ſie das Herz des Weibes aus ſeiner Kälte er⸗ weckt, und es das Empfinden lehrt. Sie ſind meine Galathea, und meine anbetende Liebe hat den Mar⸗ mor Ihrer Bruſt belebt,— das iſt Alles!— Mich treibt der Fluch meines Daſeins weiter, und meine eigene Schuld trennt mich von Ihnen. Leben Sie alſo wohl, Lucinde, und was Sie auch von mir hö⸗ ren mögen, bewahren Sie mir, ich bitte Sie darum, Ihr Mitleid. Ihr Auge iſt rein und klar, und die Nebel der Vorurtheile umdüſtern nicht Ihren Blick. Sie werden dies düſtere Gewebe meines Lebens durchſchauen, und wenn Sie dann finden, daß es ein jammervolles und elendes war, und daß ich zu den Verdammten gehöre, ſo werden Sie mindeſtens erkennen, daß nicht blos meiner eigenen Thaten Sünde, ſondern fremde Schuld mich in's Verderben ſtürzte. Dies möge mir Ihr Mitleid ſichern. Und wenn Sie hören, wie dieſe kalten, Tugend heucheln⸗ den, Empfindung lügenden und doch ſo herzloſen egviſtiſchen Menſchen meinen Namen mit Schande und Verachtung überhäufen, ſo werden Sie denken: er war ein Sünder, aber er litt an den Sünden dieſer Welt und ſeine Verbrechen waren die Schuld