Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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zu mir hernieder blickend mit dem mitleidigen Lächeln eines Heros. Und als ich ihn ſah, da neigte ſich meine Seele vor ihm, und zum erſten Mal fühlte ich mich unterjocht in der Demuth meines Herzens. Und ich ſagte zu mir:„Ob die Menſchen ihn haſ⸗ ſen und ihm fluchen, was gilt das mir? ob ſie ihn einen Verbrecher nennen, was habe ich darnach zu fragen? Die Geſetze von heute ſind nicht die Ge⸗ ſetze von morgen, und was man heute als Sünde verdammt, wird morgen als Tugend geſegnet. Wenn Abgründe in ſeiner Seele ſind, nun wohl, ſo müſſen auch Höhen da ſein, und wenn finſtere Gedanken in ſeinem Herzen ſind, ſo wohnt doch das Lächeln Got⸗ tes in ſeinem Angeſicht.— Das Alles dachte ich, als ich Sie ſah, Bernthal.— Werden Sie mir nun verzeihen, daß ich zu Ihren Feinden gehörte? Wer⸗ den Sie es mir nun glauben, daß ich nichts wußte von dieſem verbrecheriſchen Anſchlag auf Ihr Leben? — O mein Gott, Sie antworten mir nicht? Bern⸗ thal, muß ich Ihnen denn ſagen, daß ich Sie liebe mit—

Mit jener Dankbarkeit, unterbrach ſie Bernthal, mit welcher Galathea einſt den Jüngling ſegnete, deſſen Liebesinbrunſt ihr ſteinernes Herz zum Leben

erweckt, und es mit dem Feuer des Empfindens