Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Wenn man kommt, um auf lange Zeit Abſchied zu nehmen, hat man das Recht, ſchwermüthig zu ſein!

Abſchied? Und auf lange Zeit? fragte ſie, und wider ihren Willen verrieth ihre Bläſſe und der zitternde Ton ihrer Stimme ihr tiefes Erſchrecken. Sie wollen uns alſo verlaſſen, Bernthal?

Ich muß es. Mein Dämon hat mich gerufen, Lucinde.

Und wohin?

Weiß ich es? In das Land der Ruhe vielleicht oder des ſeligen Träumens. Sicher aber nicht zu den Inſeln der Glückſeligkeit, denn meine Augen werden Sie nicht mehr ſehen. Ich gleiche dem ewigen Juden der Sage. Von der Stätte, wo ich ruhen möchte, treibt mich mein Dämon empor und jagt mich weiter durch die Wüſte des Lebens. O, es iſt ein troſtloſes Jagen und Ringen, nirgends Raſt, nirgends Frieden. Für mich, Lueinde, öffnet ſich kein Paradies mehr. Der Engel mit dem flammen⸗ den Schwerdt treibt mich hinweg von der Pforte des Glückes, und ruft ſein unerbittliches Wehe! Wehe! über den Verbrecher aus.

O, ſagte ſie, mit einem vollen köſtlichen Blick, Sie ſprechen nur von Ihrem Dämon. Aber es wohnt auch ein Engel in Ihnen.