Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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trat, und ihm verkündete, daß ſie auf Geheiß der Fürſtin gekommen ſei, ihm Geſellſchaft zu leiſten, bis die Fürſtin ſelber erſcheinen werde. Aber Bernthal verſtand es, in dem Antlitz der Menſchen zu leſen, und er las auf ihren kaum geröthéten Wangen, in ihrem trüben Blick, und dem ſchmerzlichen Lächeln ihrer Lippen, die geheime Geſchichte ihrer ſchlafloſen Nächte und ihres ſo tapfer verborgenen Schmerzes. Aber nicht mehr gewahrte er dies mit dem Egois⸗ mus und dem Stolz früherer Tage, ſondern mit hoff⸗ nungsloſer Trauer, mit theilnehmendem Weh.—

Er trat ihr entgegen und reichte ihr ſeine Hand dar. Ich wußte, daß ich Sie hier treffen würde, ſagte er. Ich ſah Ihren Wagen vorfahren, als ich mich eben zur Prinzeſſin begab, und dies war der Hauptgrund, weshalb ich hierher kam. Ich wollte das Glück genießen, Baronin, Sie zu ſehen.

Lucinde lachte. Bequem wie ein Morgenländer ſagte ſie. Aur nach dem Glück verlangend, was zufällig auf Ihrem Wege blüht!

Oder ihm ausweſchend und rauhe Pfade wan⸗ delnd, weil ich den Weg des Glückes nicht gehen darf! ſagte Bernthal ernſt.

O, in wechem ſchwermüthigen Tone Sie heute ſcherzen! rief ſie mit einem mühſamen Lächeln. 4

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