Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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in innigſter Liebesſehnſucht zu ihrem Kinde erglühte, erſt da ſagte ich ihr, daß ihr Kind lebe, daß ſie es nicht gemordet habe! Das arme Weib! Ihr fehlten die ſtarken Nerven einer Fürſtin, ſie ſtarb an der Freude!— Ich ließ die Prinzeſſin in dem Wahne, daß ihr Kind lebe, und machte aus dieſem verlaſſenen und verſtoßenen Sohn eine Kette, um damit dieſe unnatürliche Mutter, dieſe ſtolze Prinzeſſin zu meiner Gefangenen zu machen!

Und mein Kind lebt nicht? rief Luiſe bebend.

Ihr Kind, Prinzeſſin? Bekennen Sie ſich dazu, Mutter zu ſein?

Ja, ich thue es! Mag die ganze Welt es er⸗ fahren, mag ſie hohnlachend auf mich deuten. Ich will endlich dieſe Feſſeln der Verſtellung zerreißen, ich will den Muth haben, ich ſelbſt zu ſein. Was frage ich nach der Welt, vorausgeſetzt—

Daß Prinz Adrian Sie liebt, nicht wahr? Be⸗ ruhigen Sie ſich, Prinzeſſin, er wird es nie erfahren, daß mein Sohn auch der Ihre iſt.

Er weiß es! ſagte ſie mit einem köſtlichen Lächeln. Er weiß es, und er hat mir verziehen.

Sie haben es ihm geſagt?“

Ich that es.

Eine Pauſe trat ein, Bernthal ging haſtig einige

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