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ſie war eine Blume, welche ich gepflückt hatte, weiter nichts! Aun ſie verwelkt war, ſchleuderte ich ſie fort. Sie finden das begreiflich, nicht wahr Luiſe?
Die Prinzeſſin murmelte einige unverſtändliche Worte und heftete ihre, von Thränen verdunkelten Augen mit einem flehenden Ausdruck auf Bernthal, welcher noch immer mit verſchränkten Armen kalt und ſtolz vor ihr ſtand.
Ich erzähle Ihnen die Geſchichte nur, fuhr er fort, damit Sie erkennen mögen, welch ein ungeheurer Abſtand, und doch, welche große Aehnlichkeit zwiſchen einer Prinzeſſin und einer Bettlerin iſt! Beide ſtehen ſie auf den äußerſten Stufen des Lebens, beide ſind ſie denſelben Gefahren unterworfen, und für beide gibt es nur Eine Ehre, die Ehre ihrer Unſchuld! Aber jetzt ſehen Sie, wie verſchieden beide den Ver⸗ luſt derſelben ertragen werden! Die Prinzeſſin legt ein Lächeln über ihr Angeſicht, und ihre Schmach iſt keine Schmach, wenn die Welt ſie nicht erfährt; daß die Welt dies nicht thue, das iſt ihre einzige Sorge, ihr einziges Sinnen. Dies zu erfüllen, unterdrückt ſie ihre Schmerzen, lehrt ſie ihren Mund lächeln im Krampf ihres Leidens. Dies zu erfüllen, wird ſie eine unnatürliche Mutter, damit die Welt ſie für eine
tadelloſe Jungfrau halte. Was kümmert ſie dieſes n. 19


