Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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vernichten. Was wollen Sie? der Arme iſt nicht dazu da, glücklich zu ſein, ſondern Laſten zu tragen, er iſt nicht dazu da, um nach einem Tage der Müh⸗ ſal auszuruhen in den Armen der Liebe! Die Liebe iſt ein Privilegium des Reichthums geworden, und ein reicher Mann kam und kaufte des armen Man⸗ nes Glück und vernichtete mit lachendem Munde den Frieden und die Unſchuld dieſer Tochter der Armuth. Das iſt etwas ſehr Gewöhnliches, ich weiß es, und ich klage mich nicht an, weil ich es that! Sie war ja nur eine arme Magd, nicht eine Prinzeſſin, wen tümmert es, ob eine Bettlerin entehrt wird? Es iſt möglich, daß ihr Herz darüber bricht, aber was thut das, es gibt ſo viele Bettlerinnen! Das Herz der armen Marie war gebrochen, denn ihr Geliebter hatte ſie verlaſſen und ſie ſchleuderte einen wilden Fluch auf ihren Verführer, den ſie niemals anders als ge⸗ haßt hatte!

Es iſt ſehr pikant, ein Weib in den Armen zu halten, welches uns haßt, welches uns verabſcheut,

welches uns flucht, indem es unſere Zärtlichkeit duldet. Ihnen, Hoheit, verdanke ich indeß dieſe Wiſſenſchaft

nicht, ſondern nur der armen Marie. Indeß lang⸗ weilt es dennoch, ſich immer verwünſcht zu hören, und ich verließ ſie! Was fragte ich nach ihr,—