Die Portiére öffnete ſich, und der eintretende
Lakai reichte der Comteſſe ein zuſammengefaltetes
Papier dar, indem er ihr leiſe einige Worte zu⸗ flüſterte.
Ein Billet für Ew. Hoheit; ſagte Erneſta. Der Herr, welcher es gebracht, will ſich durchaus nicht abweiſen laſſen. Er wartet im Vorzimmer.
Luiſe hatte das Papier geöffnet und blickte ſtarr auf daſſelbe hin. Sie war blaß geworden, und ein Zittern durchflog ihre Geſtalt. Sie winkte dem Diener, hinauszugehen, und ſank dann, ganz zer⸗ brochen, ganz überwältigt, auf den Divan zurück. Aber dies dauerte nur einen Moment, dann richtete
ſie ſich ſtolz und kalt empor, und ſagte zu der Grä⸗
fin: Dieſes Billet iſt vom Baron Bernthal. Er verlangt mich ſogleich zu ſprechen, und zwar ohne Zeugen. Und Sie wollten, Hoheit— Ich will thun, was ich nicht verweigern darft Gehe alſo, Erneſta, und ſage ihm, daß ich bereit bin, ihn zu empfangen.
Eine Minute ſpäter trat Bemnthal in das
Boudoir der Prinzeſſin. Sie erwiederte ſeinen ſtum⸗ men Gruß mit einem ſchwachen Neigen des Kopfes,


