küßte mit lebhafter Dankbarkeit die Hand, welche die gnädige Fürſtin ihm dargereicht.
Aber ich bitte, liebe Luiſe, laſſen Sie uns für eine Stunde aller Etiquette entſagen, fuhr die Für⸗ ſtin fort. Entlaſſen Sie Ihre Damen, und ſchließen
wir die Portiöre dieſes Boudoirs. Wir wollen
einmal en famille ſein, wie andere glückliche Sterb⸗ liche, aber wenn wir uns auch das Glück heiterer Scherze und unbefangenen Lachens erlauben wollen, ſo dürfen wir doch nicht ſo weit unſerer ſürſtlichen Würde vergeſſen, um unſere Untergebenen daran Theil nehmen zu laſſen! Sie werden mir heute mit ihren eigenen niedlichen Händen den Thee ſerviren, wie ſie es früher oft in Palermo gethan!
Die Prinzeſſin, welche ſo eben ihre Hofdame aus dem Vorzimmer herbeigerufen, um ihr halblaut die nöthigen Inſtruktionen zu ertheilen, ſchreckte bei die⸗ ſer letzten Bemerkung ihrer Mutter zuſammen, als habe ein Dolchſtoß ſie getroffen, und nur mühſam und mit zitternder Simme konnte ſie weiter reden. 6w. Königliche Hoheit waren in Palermo? ſag r Prinz, als ſie jetzt wieder allein waren, und in dem hell erleuchteten Boudoir um den Thee⸗ tiſch ſaßen, auf welchem die ſilberne Theemaſchine ſiedete und dampfte.


