Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

derlächeln, über welche ſogar die Liebe bisher noch keine tiefere Färbung gelegt. Bisher! Aber Prinz Adrian fühlte, daß er jetzt bis zu einem Wendepunkte ſeines Daſeins gekommen, und daß das Leben ihm jetzt vielleicht eine ernſtere und bewegtere Miene zei⸗ gen würde. Indeß ſchreckte er nicht zurück; jung, muthig, entſchloſſen und feurig wie er war, hieß er vielmehr die Stürme willkommen, mit denen ſein Ge⸗ ſchick zu ihm heranrauſchte, fühlte er den Muth in ſich, dieſe Stürme zu bewältigen und zu ſeinem Ziele zu gelangen!

Welches war dieſes Ziel? Sicher nicht dieſes, als glücklicher Bettler mit der Hand einer hochgebo⸗ renen Prinzeſſin begnadigt zu werden, um an dem Hofe ſeines regierenden Schwagers ein gedemüthigtes Daſein, gewiſſermaßen das Leben eines homme en- iretenu zu führen, ſicher nicht dieſes, nur geduldet zu werden als der Gatte, den ſich die Prinzeſſin in einer ihrer fürſtlichen und ſouverainen Launen gewählt, und den ſie mit dem Sonnenſchein des Glückes be⸗ gnadigt und zu ihrem Gemahl erhoben hatte!

Vein, ſicher nicht dieſes war das Ziel, nach welchem Prinz Adrian ſtrebte. Er würde lieber eine Krone zertreten haben, ſtatt ſie als Gnadengeſchenk anzunehmen, er würde lieber gehungert und gedarbt