Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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ſam ſei! flüſterte ihr Herz, und als ſie jetzt auf ihre

Mutter ſah, welche in heiterer und harmloſer Unter⸗ haltung mit dem Prinzen begriffen war, ſagte ſie ganz zuverſichtlich zu ſich ſelber: ſie wird es nicht thun! ſie hat mich nur erſchrecken wollen!

Und jetzt miſchte ſie ſich lächelnd in die Unter⸗ haltung und vielleicht war es die geiſtige Spannung und Aufregung in welcher ſie ſich befand, vielleicht

auch nur die Freude des Zuſammenſeins mit dem

Geliebten, welche ſie ſo ſprühend an Geiſt und Laune an Anmuth und Liebenswürdigkeit machte.

Prinz Adrian war eine jener ſeltenen Erſchei⸗ nungen, denen die Natur einen Freibrief des Gefal⸗ lens und der heiteren Liebenswürdigkeit auf die Stirn geſchrieben. Sein edel geformtes, jugendliches Ge⸗ ſicht trug den Ausdruck der Offenheit und einer faſt kindlichen Güte. Seine dunkelblauen Augen ſtrahlten von Jugendluſt und Jugendmuth, ſeine friſchen Lip⸗ pen zeigten faſt immer ein keckes und doch gutmüthi⸗ ges Lächeln, und obwohl er erſt fünfundzwanzig Jahre zählte, hätte man ihn doch für weit jünger halten mögen, wenn nicht die zuweilen ſich verfin⸗ ſternden Augenbraunen und die hohe, ausgearbeitete edle Stirn es verrathen hätten, daß auch der Ernſt

des Mannes zu Zeiten in dieſem Jüngling wohnen