Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Gebieterin in dem kleinen Lande ihres Sohnes zu ſein; ſie wollte durch ihre Tochter über ein König⸗ reich herrſchen, und wie jetzt Tauſende, ſo ſollten ſich dann Millionen vor ihr beugen müſſen.

Aber die Fürſtin Amalie kannte den entſchloſ⸗ ſenen und trotzigen Sinn ihrer Tochter; ſie wufte, daß es ein Kampf auf Leben und Tod ſei, welchen ſie mit ihr kämpfen wollte, und daß die Prinzeſſin ſich niemals unterwerfen und ſich beugen werde. Die Fürſtin war alſo entſchloſſen, ſie zu Boden zu ſchleudern, wenn es kein anderes Mittel mehr gäbe, um zum Ziele zu gelangen!

Prinzeſſin Luiſe war allein in ihrem Boudoir. Sie ſaß an einem kleinen mit allerlei Geräthſchaften und Malerutenſilien bedeckten Tiſch in der Riſche des Fenſters und malte. Ihre ganze Seele war bei ihrer Arbeit, und obwohl ſie ſchon mehrere Stunden ſich mit derſelben beſchäftigte, war ihr dennoch dieſe Zeit wie ein kurzer Moment vorüber⸗ geeilt. Jetzt indeſſen ſchien ſie erſchöpft von der anhaltenden Beſchäftigung, ſie ließ die Hand, welche die Palette hielt, in den Schooß ſinken, und lehnte

ſich zurück in dem Fauteuil. Ihre langen blonden 8

Locken beſchatteten das liebliche Oval ihres Geſich⸗ tes, ihre tiefdunklen blauen Augen waren träumeriſch

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