Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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in das Leere gerichtet. Aber für ſie ſchien dieſes Leere von zauberiſchen Bildern erfüllt und glückliche Träume mußten in ihrem Herzen ſein, denn ſie lächelte, und ihre Wangen übergoß eine dunkle Röthe. Dann nahm ſie mit einer raſchen Bewegung die angefangene Malerei vom Tiſche empor, und hielt ſie gerade vor ſich hin, ihren ſtrahlenden Blick darauf richtend.*

Ja, flüſterte ſie leiſe, es iſt ſein Bild, genau eine Kopie deſſen, welches in meinem Herzen ruht und es ſo glücklich und ſo namenlos elend macht! Es iſt das Bild meines Erzengels, an den ich glaube, zu dem ich bete, Gott weiß es, mit welchem inbrün⸗ ſtigen Gebet!

Und die Prinzeſſin vertiefte ſich wieder im An⸗ ſchauen des Bildes, und bemerkte es gar nicht, daß die Portiére leiſe zurückgeſchlagen wurde und die Fürſtin Mutter in das Boudoir eintrat. Der dicke türkiſche Teppich machte ihren Schritt unhörbar, ſie ſtand hinter dem Fauteuil der Prinzeſſin, bevor dieſe noch eine Ahnung von der 2 Miutter hatte.

Auch die Fürſtin betrachtete das Bild mit merkſamen Blicken; ihre Stirne verfinſterte ſich, und ein grauſames, höhniſches Lächeln umſpielte ihre