I.
Mutter und Tochter.
Die fünf Tage, welche die Fürſtin ihrer Toch⸗ ter bewilligt hatte, um ſich zu entſcheiden, ob ſie den Befehlen ihrer Mutter freiwillig gehorchen wolle,
waren lange vorüber. Die Fürſtin und die Prinzeſ⸗
ſin verweilten noch immer in Berlin, und es ſchien, als ob Beide das ſchweigende Uebereinkommen ge⸗ troffen, die ſich gegenſeitig gewährte Friſt noch um einige ſtille und friedliche Wochen zu verlängern. Beide der Entſcheidung ihres Schickſals ſo nahe, zitterten ſie Beide, die Hand auszuſtrecken, und es zu erfaſſen. Und vielleicht war es noch ein anderer
Grund, welcher ſie zurückhielt. Bernthal war wie⸗
der da, und das Bewußtſein, einen gemeinſamen Feind zu haben, der ſie Beide gleich ſehr bedrohte, machte, daß ſie eine Zeit lang ihrer andern Zwiſtig⸗ keiten vergaßen, um ſich gegen dieſen Feind zu ver⸗


