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ſem Tage an nannte er ſie ſeine Braut und ſprach von ihrer Hochzeit.
Vein, er hatte ſie nicht vergeſſen, denn der Ro⸗ ſenkranz hing noch über ſeinem Bette!
Wie ſie ihn anblickte, da war es, als ob ein Sonnenſtrahl in ihr armes kaltes Herz gefallen und die Eisrinde zu ſchmelzen begann, welche Unglück und Verbrechen um daſſelbe gelegt hatte.
Sie hatte manchen langen Tag nur Gedanken des Zornes und des Haſſes gehabt und empfand jetzt mit einer Art Schrecken, daß vielleicht ihre arme, zertretene Seele auch noch milderer Empfindungen möchte fähig ſein. Es war, als ob eine geheime unſichtbare Hand ſie erfaſſe und hinüber ziehe zu je⸗ nem Hauſe, und ſie gehorchte willenlos. Kaum wiſ⸗ ſend, was ſie that, ſtand ſie jetzt vor dieſer niedri⸗ gen, dunklen Thür, welche in ſein Zimmer führte. Sie hörte das Geräuſch ſeiner Arbeit, ſie meinte ſeine lauten Athemzüge zu vernehmen.
Ich will ihn ſehen und zu ihm ſprechen, mur⸗ melte ſie, und in ihr war eine tiefe, todesmuthige Entſchloſſenheit. Sie wufte, daß die nächſte Stunde über ihre ganze Zukunft zu entſcheiden habe und daß ſie jetzt zum letzten Malle vielleicht zu dem Engel ihrer guten und unſchuldigen Tage flehen wollte.


