Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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arbeitete. Es war eine traurige Arbeit, welche er vorhatte, denn er war beſchäftigt an einem Sarge, und traurig war das Geſicht des jungen Mannes, nicht von jener heftigen und leidenſchaftlichen Trau⸗ rigkeit, welche noch Thränen und Klagen kennt, ſondern jene ſtille, bittere Traurigkeit, welche ſich lange, Tag für Tag und Stunde um Stunde in die

Seele eingefteſſen, und von dort aus ihre ätzenden

Furchen durch das Antlitz gezogen hatte. Er mochte einſt blühend ausgeſehen haben, dieſer Mann, ſein blaues Auge mochte fröhlich geglänzt, ſein Mund

mit den zwei Reihen untadelhafter Zähne mochte ſich

früher zu heiterm Scherz und Lachen geöff fnet

haben; jetzt war er ein ſtiller, einſamer Mann, welcher

an einem Sarge arbeitete. Sein langes, braunes Haar hing verwildert um ſeine Schläfe, ſein Rücken war gebeugt, aber nicht vom Alter, denn er mochte kaum mehr als dreißig Jahre zählen, aber von der ſtummen Reſignation, mit welcher er ſich unter das Unglück gebeugt hatte.

Marie hatte ihn gekannt, damals als er noch ſchön und fröhlich geweſen, aber ſchöner noch und ſtrahlender erſchien er ihr heute mit den eingefallenen Wingen und den matten, gramdurchfurchten Zügen. W die Lampe ſein Antlitz beleuchtete, ſchien er ihr