Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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Dies iſt eine dämoniſche de! ſagte Aurelia. Vielleicht, unterbrach ſie Nordheim, ſind auch die Dämonen voll Weisheit und Freude, mehr viel⸗ leicht als die himmliſchen Heerſchaaren, die in ewiger nie endender Seligkeit wallen. Vor dem Endloſen

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und Ewigen graut mir, und ich meine, ein Tod ohne

Auferſtehung iſt beſſer, als eine Seligkeit ohne Ende

und ohne Wechſel. Nur in dem Wechſel beruht das

Glück, und wer nichts mehr zu fürchten, weiß auch nnichts mehr zu genießen! Die Sicherheit des nie endenden Glücks macht ſäumig im Genuß, weil Tag

nach Tag in wechſelloſem Glanz ſich bietet und jeder da iſt zum Entzücken, und ſo entſchwindet Tag nach Tag ohne Entzücken und ohne Luſt. Die Weisheit* der Vergänglichkeit befeuert ſtets zu neuer Luſt, ſchafft Thatkraft, Wonne und Entzücken. Mit doppelter Gluth umfaſſen wir, was wir in jedem Augenblick verlieren können. Komm an mein Herz, fuhr er fort und preßte ſie heftig an ſich, weil Du noch mein 5 biſt und weil wir uns noch lieben! Das Heute ge⸗ 8 hört noch uns, wollen wir nicht an das Morgen denken! Der Angenblick iſt unſer, un Wonne dieſer Stunde!

Wie rührend iſt mir dieſe gegenſeitige Liebe des Lords und der Lady Landstown, ſagte aunelie am

Morgen zu Nordheim, als ſie im michen 1 20

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