Mährchenwahn! Laßt walten in Eurem Herzen, was walten will, laßt ſprühen die Leidenſchaften, die ſprü⸗ hen wollen, kaſteiet und züchtigt nicht Euer Fleiſch, laßt ihm ſeine Rechte und ſein Wollen. Kam Euch dies Alles von Gott, ſo iſt es göttlich und heilig geſprochen, und Ihr ſollt nicht ändern und unter⸗ drücken was Gott gegeben und Gott geſandt, Ihr ſollt es wachſen laſſen und reifen, was Gott gepflanzt, und enthoben ſeid Ihr aller Verantwortung, allem Vorwurf, Gott ſchaffte, Gott muß verantworten! Iſt es aber nicht alſo, haben wir aus uns ſelber uns genährt, ſind wir entſtanden aus uns ſelber, und gediehen durch uns ſelber, wie die Blume gedeiht und die Pflanze, iſt unſre Seele nichts weiter, als das Leben, das in der Pflanze und im Baume treibt, und ſchwindet ſie mit dem ſtockenden Blute auf ewig dahin, und löſet ſich auf in das allgemeine All, aus dem ſie entſproſſen; wozu ſoll uns dann ein Gott, wozu alsdann unſer Gebet, dann, wo wir unſer eigener Schöpfer ſind und unſer eigener Erhalter und Herr! Hätte ein Gott alle dieſe Fähigkeiten in unſer Herz gelegt, ſo ſind wir nur Sklaven ſeines Willens; ein Gran Phosphor mehr oder weniger von dieſem ſchöpferiſchen Arzt in unſer Gehirn gethan, macht uns zu einem Dummkopf oder Genie, eine Unze mehr oder weniger Cruor in unſer Blut gelegt, gibt
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