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Menſchen, dieſem in's Herz den Saamen zu allen Laſtern und allen Tugenden geſtreut, o mit welchem Gefühl müßte dies Weſen nun ſchauen wie der Saame Keime gefaßt und zur Saat herangewachſen; oder iſt ein Gott erhaben über Vorwürfe, erhaben über Ge⸗ wiſſen, über Gefühl?— Wie, oder ſollten wir Ar⸗ men, die wir uns Menſchen nennen und Gottes Ebenbild, ſollten wir verantwortlich ſein für Triebe und Leidenſchaften, die eben dieſer Gott in unſer Herz gepflanzt, zu denen er geſprochen: wachſet und gedeihet! und die herangereift nach ſeinem Worte den Menſchen verderben? Ihnen ſollen wir entgelten was ein Gott verſchuldete? Entgelten, daß wir aus zu weichem Thon geſchaffen, mit zu hitzigem Blut ge⸗ füllt ſind? Entgelten die Gedanken und das Wollen unſerer Seele, die mit ihrer unſichtbaren Gegenwart oft uns ſelber eine Qual, und von der wir nicht wiſſen, von wannen ſie kam und wohin ſie gehet? Aberwitz der Menſchheit! O ihr Thoren, in Eurem ſtolzen Wahn neigt Ihr mit Sklavendemuth Euer Haupt unter das Joch Eures Herrn, den Ihr nicht kennt und von dem Ihr nichts wißt, als daß er eine Hölle von Gefühlen in Eure Bruſt gelegt, und zer⸗ quält Euch an Gaben, die Ihr wider Euren Willen empfangen habt, und zerreibt Eure Kraft im Wi⸗ derſtand gegen Euch ſelber! Hinweg Kinderglaube,


