Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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Töne leiſe fort erklangen in dem feierlichen Schwei⸗

gen um ſie her, wie alle längſt begrabenen Erinne⸗

rungen immer neu in Nordheims Buſen wach wurden, und wie er gedachte, daß er einſt ſo unglücklich war und verzagend, dann ſo reſignirt und abgefunden mit der Welt, und jetzt durch den Beſitz dieſes holden Weſens, das an ſeiner Seite zitterte, ſo ausgeſöhnt mit dem Leben, und über allen Ausdruck glücklich, wie er dies Alles bedachte, da fühlte er eine tiefe fromme Rührung ſeine Seele bewältigen, er ſagte leiſe; laß uns Gott danken! dann umfing er die Ge⸗ liebte, an deren Buſen er ausruhen wollte von den Stürmen des Daſeins, und er drückte ſie feſt an ſein Herz und weinte laut!

Das Geräuſch nahender Schritte weckte die Lie⸗ benden aus ihrer ſchweigenden Feier und Andacht, und als ſie empor blickten, ſtand Aurelia vor ihnen, und ſchaute ſie an mit Blicken voller Liebe und Zärt⸗ lichkeit; ein ſchmerzliches Lächeln zuckte um ihre Lip⸗ pen, und ihre Wange war bleich und farblos, ihr Auge trübe und geröthet vom vielen Weinen. Doch⸗ war ſie gefaßt und muthig, und Ellen umarmend ſagte ſie mit feſter Stimme: ich komme, Abſchied zu nehmen, meine Ellen! Ein dringendes Geſchäft zwingt mich, ſogleich zu verreiſen!

Heute ſchon, jetzt ſchon? fragte Ellen ſchmerzlich.