Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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einreihen und die ländlichen Bewohner des Dorfes ein⸗

laden ſollte zum Gebet für das Glück der allgeliebten Braut. Und nun leiſe, leiſe ſchwebten Orgelklänge

heran und miſchten ſich mit dem Säuſeln der Bäume

und dem Murmeln der Welle, leiſe ertönte der Ge⸗

ſang des ſeligen Liedes, in ſeinen feierlichen Tönen

den ſchweigend lauſchenden ſeligen Frieden des Glückes und fromme Ruhe des Gemüths bringend. Die ganze Vergangenheit, das ganze Leben riefen dieſe Klänge in Nordheims Buſen wach, in wechſelnden Bildern zog vorüber an ſeiner Seele was er je empfunden und erlebt; er lehnte ſein Haupt an Ellens Schulter, und erzählte ihr von ſeiner Jugend, von ſeiner Mut⸗ ter, die ihm früh entriſſen, und an deren Sarge er geſtanden unter ſolchen Orgelklängen, wie ſie jetzt ertönten, von ſeiner Mutter, die die Einzige geweſen, die ihn geliebt, und nach deren Tode er eine einſame verlaſſene Waiſe geweſen; er erzählte ihr von ſeinem Vater, der ihn gehaßt, weil ſein Weib ihm ihr gan⸗ zes Vermögen entzogen und es dem Sohne zugewandt; er erzählte von der Einſamkeit und Troſtloſigkeit ſei⸗ ner Kinderjahre, und wie er oftmals unter ſolchen Orgelklängen als Knabe an dem Raſenhügel gekniet, unter dem das einzige Herz in Aſche zerfiel, das ihn geliebt, und mit weinenden Augen Gott gebeten, ihn zu erlöſen von dieſer Erde. Und wie die melodiſchen 2. Mühlbach. II. 23