Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

an den Menſchen, an der Welt, zweifelte an der höhe⸗ ren Beſtimmung des Daſeins, an der Heiligkeit des Lebens, aus dem mir mit der Gottheit auch der Ernſt und die Ewigkeit verloren war, und in dem mir nichts geblieben als ein Haſchen des Moments, und der Genuß der flüchtigen Minute. Ja Ellen, ich habe geſündigt, indem ich aufhörte an die Ewigkeit der Liebe zu glauben, und indem ich zweifelte an ihrer Heiligkeit, indem ſie mir nichts ward als der flüchtige Genuß eines Augenblicks und das Ergötzen einer Stunde; habe geſündigt, indem ich aufhörte zu glauben an das Weib, an das heilige reine Weib, das in ſeiner urgöttlichen Kraft eine Segnung und Verklärung des Daſeins, indem ich aufhörte an die Sittſamkeit und Keuſchheit des Weibes zu glauben, und Euch in meinen Gedanken erniedrigte zu farb⸗ loſen, ſchillernden Geſtalten voller Unwahrheit, Täu⸗ ſchung und Lüge. Dieſes Alles habe ich geſündigt! O Ellen, kannſt Du mir verzeihen? Wie er ſo ſprach ſank er zu ihren Füßen nieder und ſchaute mit flehen⸗ den Blicken und tiefbewegten Zügen zu ihr auf.

Sie legte ihre Hand auf ſein Haar und ſpielte in den dunklen Locken und lächelte ihn an, und ſagte ernſt: wenn Du alſo fehlteſt und irrteſt, ſo iſt es nicht an Dir, ſondern an mir Dir Abbitte zu thun. Denn ſicherlich, nur das Weib allein iſt Schuld,