Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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die ſie an ſich ſelber gemacht. Ihr Herz ſtand ſtill, ſie fühlte kaum die Kraft zu athmen, es war, als wenn ein Krampf ihr die Bruſt zuſchnüre, ein unend⸗ liches Glück meinte ſie in ſich zu empfinden, und doch wieder ein namenloſes Leid.

Du ſchweigſt, rief Aurelia angſtvoll und zitternd, Du willſt ihn mir nicht geben, willſt ihn nicht laſſen? O Ellen, Ellen, ſieh', wie ich zerbrochen und troſt⸗ los hier vor Dir liege! Ellen, o muß ich Dich erinnern an das, was ich Dir gethan? Sieh', ſo tief bin ich geſunken, daß ich die Wohlthaten, die ich Dir erzeigt, Dir zurückrufen muß! O Ellen, um der Dankbarkeit, die Du mir ſchüldig biſt, gib ihn

mir wieder, gib ihn frei! Höre auf, ihn zu lieben,

hilf, daß er zu mir zurückkehrt, daß er wieder mein wird, mein!

Ein ſchwerer und bittrer Kampf war in Ellen's Seele; tiefer und bewältigender Schmerz zuckte durch ihre ſanften Züge, Thränen traten in ihre Augen. Sie konnte ſie nicht zurückhalten, und langſam rollten ſie über ihre erbleichten Wangen hernieder, Thautropfen gleich, die im Kelch der Roſe hangen.— Ellen aber in ihrer ſanften jungfräulichen Natur war doch ſtark und kräftig im Wollen, und groß, wenn es galt, um Andrer willen ſich ſelber aufzuopfern und zu ver⸗

geſſen.

L. Mühlbach II. 21 5