Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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bleiches Geſicht, ihre in Thränen ſchwimmenden Augen gewahrt, fragte nicht mehr, ob ſie kommen dürfe. Haſtig trat ſie ein, flog zu Aurelien hin, und ſie in ihre Arme ſchließend, fragte ſie im Tone des tief⸗ ſten Mitgefühls: meine Mutter, meine theure, liebe Mutter, Du weinſt? O wie ſchön, daß ich gerade jetzt kommen muß! Laß mich Deine Thränen, fuhr ſie ſchmeichelnd fort, laß ſie mich von Deinen Wan⸗ gen küſſen! O ſag' mir Deinen Kummer, laß Deine Tochter, Deine Ellen, Theil nehmen an Deinem Schmerz!

Während ſie voll Liebe und Mitgefühl ſo ſprach, und ihre Arme um Aureliens Nacken ſchlingend, ſie feſt an ihrend Buſen drückend, ſchluchzte Aurelia laut

in krampfhaftem Schmerz. Nie, nie hatte ſie ihr

Elend ſo klar gefühlt, wie in dieſem Augenblick! Nie war ſie ſo deutlich ſich bewußt geweſen, daß ſie nicht ohne Nordheims Liebe zu leben vermöge, daß ſie ihn nimmer, nimmer aufzugeben im Stande ſei! Sie war wie in Verzweiflung, ganz zerriſſen von Schmerz und Pein, ohne Nachdenken und Ueberlegung, ſie dachte an nichts, als daß ſie ihn wieder haben, ihn wieder beſitzen wolle und müſſe! Außer ſich, faſt

beſinnungslos, in gewaltiger Leidenſchaft ſtürzte ſie plötz⸗

lich nieder zur Erde, und die Hände flehend empor ge⸗ hoben, mit von Leidenſchaft und Schmerz entſtellten

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