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Da war Nordheim aufgeſtanden mit finſteren Zügen. O ſie meinte, noch den kalten Blick zu ſehen, mit dem er ſie angeſchaut, und der tief in ihre Seele gedrungen war, ſie meinte, noch den herben verach⸗ tungsvollen Ton zu hören, mit dem er geſagt hatte: Dies iſt ein Wort, das ich nicht verſtehe, und das keines Menſchen würdig iſt!— Dann war er hin⸗ aus gegangen, und ſie hatte ihn ſeitdem nicht wieder geſehen!
Seit zwei Tagen ihn nicht geſehen! Ach, wie bleiern ſchlichen die Stunden hin, wie farblos und traurig! Sie dachte an ihn und ſeufzte nach ihm, und liebte ihn, indem ſie doch meinte, ihn zu haſſen. — In ſolchen peinvollen Gedanken ſaß ſie jetzt in ihrem Gartenſalon, die Hände müßig im Schooße gefalten, den Kopf auf die Bruſt geſenkt, das bleiche Angeſicht überfluthet von Thränen. Das Heranrollen eines Wagens weckte ſie nicht und ſtörte ſie nicht in ihrer einſamen Trauer. Jetzt öffnete ſich leiſe die Thür, und Ellens blühendes Angeſicht ſchaute herein, und ihre helle Stimme fragte liebevoll: Darf ich? Aurelie ſchreckte empor und ſtarrte Ellen an, unge⸗ wiß, ob nicht die Erſcheinung nur ein Blendwert ihrer Phantaſie, nur herauf beſchworen von ihrer Seele, in der jenes Angeſicht ſtets mit ſo qualvoller Pein gegenwärtig war? Ellen aber, als ſie Aureliens


