Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Der Prieſter Joſeph Ribas und der Sacriſtan Ste⸗ pano ſahen ihn mit ſchlauen, fragenden Blicken an. Ich bin mit Euch zufrieden, ſagte Orlow lächelnd. Ihr ſeid ſehr gute Schauſpieler. Die kleine neue Grä⸗ fin iſt ganz entzückt von Deiner Rede, Joſeph, mein ſehr ehrwürdiger Prieſter. Wo haſt Du denn dieſe neuen Schelmenſtreiche gelernt?

Auf der hohen Schule der Galeeren, Excellenz, ſagte Ribas. Nur dort lernt man ſolche köſtliche Dinge! Wir hatten da einen Prieſter, einen wirklichen, geweih⸗ ten Prieſter, der auf Lebenslang verurtheilt war. Aus Langerweile unterrichtete er die Geſchickteſten von uns in ſeiner Kunſt, und lehrte uns, wie man die Augen verdrehen, die Hände falten und die Stimme zittern

1 langtet zu wiſſen, wer Eure Prinzeſſin heute gewarnt? Ich kaun Euch jetzt Auskunft darüber geben! Es war der franzöſiſche Cardinal Bernis!

Man fängt alſo an, aufmerkſam zu werden, ſagte Orlow gedankenvoll, und die Herren Diplomaten wol⸗ len ihre Hände wieder dabei im Spiel haben. Ah, wir kennen die franzöſiſche Politik! Es iſt juſt, wie es damals geweſen, als ſie Prinzeſſin Eliſabeth unterſtütz⸗ ten und ihr halfen Kaiſerin zu werden. Damals tha⸗ ten ſie es, damit Rußland mit ſich ſelber beſchäftigt ſei, und keine Zeit habe, ſich um die franzöſiſchen Angele⸗ genheiten zu bekümmern. Gerade ſo iſt es heute! Sie

laſſen müſſel Aber jetzt, Ercellenz, noch Eins! Ihr ver.