dieſe Genugthuung ſchuldig! Man hat Dich heute bei mir verleumden wollen. Ah, ſie ſollen ſehen, wie ich ihnen glaube! Alexis, rufe einen Prieſter, daß er un⸗ ſern Bund ſegne und mich zu Deiner Gemahlin er⸗ hebe. Was dann auch kommen möge, wir werden es mit einander theilen. Wenn ich dereinſt eine Kaiſerin bin, ſo wirſt Du der Kaiſer ſein, und ich werde Dich immer ehren, und Dir gehorchen als meinem Herrn und Gebieter!——
Am Abend dieſes Tages begab ſich in dem Bou⸗ doir der Prinzeſſin Natalie eine ſehr feierliche, ſehr ernſte Scene. Ein Altar, mit duftenden Blumen um⸗ kränzt, ſtand in der Mitte deſſelben, und vor dem Altar ſtand Natalie im weißen Atlasgewande, die Myrthenkrone im Haar, die zarte Geſtalt umwallt von dem langen bräutlichen Schleier. Sie war wunder⸗ ſchön in ihrer freudigen, verſchämten Rührung, und Graf Alexis Orlow, welcher im rreichen, ruſſiſchen Koſtüm an ihrer Seite ſtand, betrachtete ſie mit Ent⸗ zücken und heißen, begehrlichen Blicken. Der grau⸗ ſame Henkersknecht führte das Lamm zur Schlacht⸗ bank, er freute ſich ſeines Opfers, ohne es zu be⸗ klagen!—
Auf der andern Seite des Altars ſtand der Prie⸗
ſter, ein ehrwürdiger Greis mit langem Silberhaar
und weißem, langem Bart. Neben ihm der Saecriſtan, nicht minder ehrwürdig. Niemand weiter war zugegen


