————
24—
Ja, wir gehen zu dieſem Feſte, ſagte er. Es iſt Zeit, daß meine ſchöne Natalie eingeführt werde in die Kreiſe der römiſchen Großen, und ſich Freunde erwerbe unter den einflußreichen Männern dieſer Stadt, damit ſie über Dir wachen und Dich beſchützen, wenn ich es vielleicht nicht mehr kann.
Du willſt mich alſo verlaſſen, ſchrie das junge Mäd⸗ cheu erbleichend, und klammerte ſich angſtvoll an den Arm des Grafen an. Nein, Paulo, das darfſt Du nicht! Willſt Du von mir gehen, weil ich, ein närriſches Kind,
nach dieſem Feſte Verlangen trug, und unſere ſchöne liebe Einſamkeit mir nicht mehr genügte? Das war ein
Unrecht von mir, Paulo, ich ſehe es wohl, und mich verlangt es nicht mehr nach dem Feſte und nach der Dichterin. Oh, wir wollen uns hier in unſerm Para⸗ dieſe andere Feſte bereiten. Du haſt mich oft eine Dich⸗ terin genannt, nun will ich's glauben, daß ich's bin, und gar nicht mehr verlangen, eine andere Dichterin zu ſehen. Ich will mir ſelbſt genug ſein Komm, komm, ich ſinge Dir gleich ein Lied, ein Feſtlied, mein Freund.
Und Natalie griff nach ihrer Cither und ſchlug in die Saiten mit fröhlichem Jauchzen— aber Graf Paulo legte leiſe ſeine Hand auf dieſe Saiten, daß ſie ver⸗ ſtummten, und Nalalien's zarte Fingerſpitzen an ſeine Lippen ziehend, ſagte er mit leiſem Kopfſchütteln: Jetzt nicht, meine holde Dichterin, ich bin's nicht würdig, Dich zu hören. 2


