Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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ein Genius iſt in Deinem Dienſt und belauſcht jedben Deiner Wünſche, um ihn ſchnell zu erfüllen. Der Brief hier enthält eine Einladung des Cardinals. Er giebt morgen ein großes Feſt und bittet, daß ich Dich zu dem⸗ ſelben hinführe. Die Improviſatrice Corilla wird auch dort ſein.

Oh, ich werde ſie alſo ſehen, rief das junge Mäd⸗ chen glühend. Ich werde endlich eine Dichterin ſehen. Denn nicht wahr, Paulo, wir gehen zu dieſem Feſte?

Der Graf blickte nachdenklich zur Erde und ſeine Hand faßte unwillkürlich nach dem Brief in ſeinem Buſen.

Ein Ausdruck tiefer Beſorgniß und angſtvollen Schreckens malte ſich in ſeinen Zügen und Cecil ſchien die Gedanken ſeines Herrn zu errathen, denn auch ſein Geſicht war ſorgenvoll, und tiefe Seufzer entrangen ſich ſeiner Bruſt.

Natalie gewahrte von dem Allem nichts. Sie war nur ganz erfüllt von dem Gedanken, Corilla zu ſehen, dieſe große Improviſatrice, von welcher ihr Carlo, Na⸗ talien's Geſanglehrer, ſo viel erzählt, und deren Ruhm man auf allen Gaſſen Rom's von Kindern und von Greiſen vernehmen konnte.

Nicht wahr, Paulo, wir gehen zu dieſem Feſte? wie⸗ derholte ſie ihre Frage, als der Graf noch immer ſchwieg.

Er naffte ſich gewaltſam aus ſeinem Sinnen empor.