Sie ertrug ſeinen Blick mit einem unbefangenen, heitern Lächeln, und nickte ihm ſchalkhaft zu.
Gewiß willſt Du mi wieder malen, ſagte ſie, und deshalb blickſt Du mich o ernſthaft an. Nein, Paulo, ich werde Dir nicht wieder ſitzen, Du malſt mich viel zu ſchön, Du machſt einen Engel aus mir, und ich bin doch nur ein armes Ding, das von Deiner Gnade lebt und nicht einmal ſeinen Namen kennt.
Die Engel haben niemals einen Namen, ſie ſind eben Engel, rief Paulo, und deshalb brauchſt auch Du keinen Namen weiter. Wie es einen Engel Gabriel giebt, ſo giebt's auch einen Engel Natalie.
Spötter, ſagte ſie lachend, weibliche Engel giebt es gar nicht. Aber nun komm, ſetze Dich! Da liegt noch meine Cither, ich will Dir ein Lied ſingen, zu welchem mir Carlo geſtern die Melodie gebracht.
Und die Worte? fragte Paulo,
Nun die Worte, die müſſen ja im Singen kommen,
ſie heißen heute ſo, und morgen ſo! Wer kann das wiſſen, was Dir in dieſer Stunde im Herzen glüht, und
was Du in jener empfinden magſt, und was auf Deine Lippen tritt in Worten, die Du ſelbſt nicht kannteſt, und die von Deinen Lippen ſtrömen ganz wieder Deinen Willen, unbewußt!
Du biſt meine holde Dichterin, mein Sappho, rief
Paulo, ihre Hände küſſend. Ach ich wollte, Du ſprächeſt wahr, ſagte ſie mit


