Und war das nicht eine gute Prophezeihung? fragte Paulo. Iſt ſie nicht in Erfüllung gegangen? Biſt Du nicht glücklich?
Ich wäre es, ſeufzte Natalie, wenn ich nicht ſo oft der Vergangenheit gedenken müßte. Jene Worte, welche Du damals ſprachſt, es waren die letzten, die ich in der Sprache vernahm, welche ich bis dahin immer ge⸗ redet, für die ich aber keinen Namen weiß. Von jener Stunde an ſprachſt Du zu mir in einer mir unbekann⸗ ten Sprache, und ich fühlte mich wie eine arme, ver⸗ laſſene Waiſe, der man ſelbſt das letzte Beſitzthum, ihre Sprache genommen.
Hat man doch ganzen Völkern dieſes ihr heiligſtes und letztes Beſitzthum rauben können, ſagte Paulo, ſchnell verdüſtert, und nicht, wie ich es Dir that, um Dich zu retten, ſondern um ſie zu martern und in den Staub zu drücken!
Natalie, die ſchnelle Traurigkeit ihres Freundes ge⸗ wahrend, verſuchte zu lächeln, und ſeine Hand faſſend, ſagte ſie: Komm Paulo, wir find unartige Kinder, uns mit Grillen zu plagen, während die ganze Natur ſo heiter iſt und voll ſo göttlicher Schönheit. Sieh nur, mit welchem Pupurglanze dort die ſcheidende Sonne auf den Gipfeln der Cypreſſen ruht. Ach, nirgends iſt es ſo ſchön, als hier in meinem lieben Garten! Das iſt meine Welt und mein Glück. Zuweilen, Paulo, macht es mich ſchaudern, zu denken, dieſe Mauern um


