Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Dir zu verſchönern die holdeſte und herrlichſte Aufgabe meines Lebens ſein ſoll.

Es iſt wahr, ſagte das junge Mädchen ſeufzend, ich habe unrecht, immer wieder auf dieſe längſt vergangenen Zeiten zurückzukommen, Du mußt mir das verzeihen, Paulo, aber zugeben wirſt Du auch, daß dieſe meine räthſelhafte Vergangenheit mich wohl zu einiger Neu⸗ gierde berechtigt. Denke doch, wie es begann. Du kamſt eines Tages in mein Zimmer geſtürmt, Du drück⸗ teſt mich, das erſchrockene, zitternde Kind, an Dein Herz und zogſt mich ſchweigend fort. Natalie, ſagteſt Du, Dir droht Gefahr, ich will Dill erretten, oder mit Dir ſterben! So ſchwangſt Du mich auf Dein Pferd. Hinter uns heulten und ſchrieen die Diener meines Hauſes, Du aber achteteſt ihrer nicht, und ich ſchmiegte mich gläubig an Dein Herz, denn ich wußte, daß, wenn mir Gefahren drohten, Du mich ſicherlich daraus erret⸗ ten würdeſt. Oh, weißt Du noch dieſen mährchenhaften Ritt? Wie wir ausruhten in abgelegenen Häuſern oder bei armen Bauersleuten, und wie es uns dann immer weiter zog, weiter, weiter! Und wie die Sonne immer wär⸗ mer ward, und der Schnee immer mehr zerrann, und Du immer heiterer, immer fröhlicher wurdeſt, bis Du end⸗ lich eines Tages mich ſtürmiſch an Deine Bruſt drückteft, und zu mir ſagteſt: Natalie, wir ſind gerettet! Jetzt iſt das Leben Dein und die Zukunft. Blicke um Dich, wir ſind in Italien, hier kannſt Du frei und glücklich ſein!