Niemand hatte ſie geſehen, dieſe Fee, aber ſchön war ſie gewiß und jung natürlich; auch gab es ſogar ein⸗ zelne Kühne, welche behaupteten, wenn der Mond ſo
recht hell und golden leuchte und ſtrahle, dann ſähe man
die junge Fee auf den Wipfeln der Bäume oder auf dem Rande der Mauer erſcheinen. Leicht wie eine Elfe, durchſichtig wie Mondenſtrahl ſchwebe ſie da auf und ab, ſeltſame Tänze aufführend und Lieder ſingend, welche Jedem, der ſie höre die Augen mit Thränen und das Herz mit Jammer füllten.
Bei ſolchen Erzählungen bekreuzten ſich die guten Rö⸗ mer und gingen ſchneller vorüber an den Mauern des Gar⸗ tens, den ſie von nun an„der Zaubergarten“ benannten.
Ja wohl, es war ein Zaubergarten! Es war eine Inſel des Glückes, welches vor der Tücke der Welt hin⸗ ter dieſen Mauern ſich barg. Wie ein göttliches, ewiges Lächeln ruhte der Himmel über dieſem ewig blühenden, ewig duftenden Garten, in deſſen Myrthengebüſche die Vögel flöteten, und in deſſen ſilberhellen Baſſins die Goldfiſche plätſcherten.
Ja wohl, es war ein Zaubergarten, und er hatte auch ſeine Fee, die, wenn ſie auch nicht mit dem Mond⸗
ſtrahl um die Wette auf den Gipfeln der Bäume und
dem Rande der Mauer ſich ſchaukelte und wiegte, dennoch ſo zart war wie eine Elfe, und ſo leicht und anmuths⸗
voll wie eine Gezelle von den Blumen zu den Bächen,
von den Bächen zu den Hügeln hüpfte.
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