Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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in den Alleen und Laubgängen ſich begab, das wußte man nicht.

Anfangs hatten einzelne Neugierige es gewagt, an die niedrige ſchmale Pforte zu klopfen, welche den ein⸗ zigen Eingang in den vermauerten Garten bildete. Da hatte ein kleines Schiebfenſter ſich geöffnet, ein grimmig bärtiger Mann haite mit zorniger Stimme nach dem Begehr der Klopfenden gefragt, und ſie zu⸗ gleich bedeutet, daß für Niemand hier Einlaß ſei, und daß er und ſeine beiden Hunde jeden unbefugten Ein⸗ dringling von dem Garten zurückzuhalten wiſſen würden. Die beiden großen Hunde, gleichſam als verſtänden ſie die Drohungen ihres Herrn, ſie hatten die Zähne ge⸗ fletſcht, und ihr drohendes Geknurre hatte ſich zu einem lauten, zornigen Bellen geſteigert.

Man wagte es nicht mehr, an die Pforte zu klopfen, und weil man nicht hinein konnte in dieſen Garten, that man, was in ſolchem Falle das Klügſte iſt, man gab ſich das Anſehen, als ob man gar nicht hinein wollte. 8

Vier Jahre waren ſeitdem vergangen, man hatte das Gelüſte bezwungen, den Garten zu betreten und

über die Mauer hinweg zu ſehen, aber man erzählte ſich

Mährchen und Wunder von dem Garten, man ſprach von einer ſchönen Fee, welche da drinnen wohne, und deren ſanfte melodiſche Stimme man zuweilen in der Stille der Nacht, ſüße, entzückende Lieder fingend, wollte gehört haben.